Gardasee

Immer wieder zieht es uns zum Gardasee. Ob nur ein paar Tage oder geplant für 1-2 Wochen.
Ob einfach zum ausspannen am See oder zum Motorrad fahren, ein paar Tage am Lago sind jedesmal ein Highlight für uns.

Hier ein paar Bilder unserer letzten Besuche am Lago di Garda.

 

 

Bericht Motorradtour 2011

Du findest hier Bilder aus den Jahren 2011 – 2016.
In diesen Jahren haben wir in der Zeit am Gardasee die Städte Mailand, Verona und Venedig besucht.
Die Bilder aus diesen Städten findest Du ebenfals in dieser Galerie.

 

 

 

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1 Tag : Die Fahrt zum Gardasee

Also, los ging es am 01.06.11 . Die Fahrt auf die ich mich schon seit Wochen (oder Monaten) freute, sollte beginnen.
Noch eine Woche vorher hatte ich als in meine Wetter APP geschaut und war Happy über das was ich sah; Wolkenlos 30° bis 35° Grad. Ja !! so muss es sein. Sommer, Sonne, Sonnenschein . Bin vor Freude bald abgehoben.

Ok, um so näher dem Boden war ich dann, als ich am 1.6. morgens aus dem Fenster und auf das Thermometer schaute. 14° und REGEN ! .... autsch !

Nun, ein guter Biker (ich bin schön Wetter Fahrer) geht auch durch die Regenhölle dachte ich mir und so war ich der festen Meinung, wird gen Süden schon besser werden.

-- Diese Annahme war nicht frei von Irrtum --

Tja, also mit Freundin aufs Bike geschwungen (bepackt hatte ich es schon am Abend vorher) und losgebraust.
Wer den weg kennt, 885 Km bis Südspitze Gardasee, weis das es ein langer Ritt wird. Aber egal oder gerade trotzdem, ich wollte an den Lago.

Regen, Regen, Regen, nichts als Regen. Schon nach den ersten 100 Km war die erste Pause zum aufwärmen fällig. Klamotten waren schon triefend nass. Jaaahaa wir hatten keine Regenkombi, ich geb's zu.

Also erst mal nen Kaffee / Tee und noch 2-3 Kippchen und dann weiter. Da bei der Abfahrt das Moped vollgetankt war, war nach weiteren 100 Km das erste Tanken fällig.
War nicht ganz unwillkommen da die Klamotten nun noch nasser waren und ich vor Kälte langsam anfing zu zittern. Also, Kaffee, Kippchen, aufwärmen, weiter.........

So ging's dann 200Km am Stück und München war erreicht. Von wegen im Süden wird's besser !!!

Kurz um, Richtung Innsbruck und am Brenner wurde es dann auch nicht besser, aber KÄLTER, immerhin 1300 Meter hoch dort.
Geschüttet hat es dann auch bis Peschiera, unserem Ziel das wir nach 12 Stunden, im Dunkeln erreichten.

Huups 23:30 Uhr, gibt's noch was zu essen ??? Schnell in die Stadt gelaufen und heureka !! eine Pizzeria erwischt in der die Signori noch so nett waren uns ne Calzone zu zaubern. Aus Frust dann gleich noch 2 Kannen Weißwein hinterher und die Welt war (fast) wieder in Ordnung.
Nur die Freundin war leicht angesäuert.
Ab in die Heia und so richtig gut geschlafen die erste Nacht am Lago.

 

2 Tag : Los geht's, Gegend erkunden

Früh aufstehen ist ja nicht mein Ding, aber ich wollte ja das leckere Frühstücksbuffet nicht verpassen.
Also von der Freundin um 8:15 wecken lassen.
Ahhhrghh !! alles tut weh, wo bin ich ???? Ach so ja, am Gardasee !

Nun, ne schöne Dusche und ein ausgiebiges Frühstück erwarten mich ja. Gesagt getan, ab in die Dusche und runter zum Frühstück. Dort so richtig schön zugeschlagen.

Hier kann man das Hotel San-Marco in Peschiera nur sehr empfehlen.
Die Preise sind dem Hotel angemessen eher günstig und das Hotel ist für den, der Südländischen Standard kennt, sehr sehr sauber. Die allgemeine Atmosphäre ist sehr angenehm, das Personal ist freundlich und das Frühstück ausreichend. Zu bemerken ist der kostenlose Hotelparkplatz im Hof.

Dann mal die Wetterlage gecheckt. Für den Morgen war bewölkter Himmel und Schauer angesagt, so war es dann auch. Darum, Moped stehen lassen und zu Fuß in die City (ok nennen wir es mal City) .
Durch die schönen, engen Gässchen von Peschiera gebummelt und Laden für Laden abgeklappert (klar, ich hatte ja ne Frau dabei). Anschließend Postkaten gekauft, in eine Bar gesetzt und Karten geschrieben.
Das muss sein, auch im Zeitalter der E-Mail und des Internet sind Postkarten ein muss.

Nach gefühlten 50 Postkarten, eigentlich waren es nur 8 oder 10 und weiteren 2 Kaffee‘s mal an den Hafen gebummelt. Mann ohh Mann ist das Schifffahren dort teuer. Also die Idee mit der Schiffsfahrt über den See gleich mal wieder verworfen. Mach schnell ein paar Bildchen geknipst und dann wieder Richtung Hotel.
Unterwegs haben wir dann einen Bootsverleih entdeckt bei dem man auch ohne Bootsführerschein ein Motorbootchen mit 40 PS leihen kann. Für 38 € die Stunde oder 50 € für 2 Stunden gar nicht mal so teuer und die Dingelchen sind richtig flott. Freundin wollte mir dann 2 Stunden schenken, aber ich war wieder mal zu geizig für so was. Also nächstes mal mach ich das bestimmt, hab mich im Nachhinein geärgert das ich es nicht gemacht habe.

So jetzt wird's aber Zeit endlich das Motorrad zu benutzen sonst hätte ich auch mit dem Auto fahren können.
Ab auf die Karre und los geht's nach Sirmione del Garda . Irgendwie Berufsverkehr erwischt, dachte ich, Kilometer lange Autoschlangen, aber für was fahre ich Motorrad, dachte ich auch.

Es hat sich herausgestellt, die Autoschlagen hast Du zu jeder Tageszeit (ausser nachts ab 1) und vorbei oder zwischen durch fahren ist (fast) nicht, weil viele meiner bekloppten Landsleute mit dem Auto die Spur so dicht machen damit ja kein Motorrad mehr durchkommt. Egos eben. Komm ich nicht weiter, dann Du auch nicht.

Ortseinfahrt Sirmione, was ist denn das ? eine Sinnlose 30er Zone mit Springbrunnen in der Mitte, an der sich die Fahrzeuge gezwungener maßen zurück stauen. Was soll der Quatsch ? Ich weis es nicht. Verkehrsberuhigung ist für mich was anderes.
Nun, ab hier musste ich mich anstellen, schade und nervig. Habe dann ewig gebraucht bis zur eigentlichen Altstadt weil die gesamte Autoschlange in ein und den selben Parkplatz wollte.

Angekommen, Bike abgestellt, gut verschlossen und los ging's in die Altstadt.
Also ich war ja schon 4 oder 5 Jahre nicht mehr da, aber so RESTLOS überlaufen habe ich das bei all meinen Besuchen am Gardasee niemals erlebt.
Menschen, Menschen, Menschen. Wenn man dort auf der ca. 3 Meter breiten Strasse durch das Ort (dort dürfen keine Autos fahren nur jene die dort ein Hotel haben) die Seite wechseln will um an einem Geschäft zu schauen, muss man sich nen Blinker an den Kopf hängen und einfädeln.

Nun schien auch die Sonne richtig schön und es wurde fast unerträglich heiß zumal wir ja auch unsere Jacken und Helme mitschleppen mussten. Die vielen Touris gaben den Rest dazu.

Rumgebummelt, noch nen richtig großen Eisbecher im Eissalon verputzt und wieder zurück nach Peschiera.
Abend bei einer schönen Pizza, Nudeln und Wino ausklingen lassen.

Kurzum, so schlecht war der Tag gar nicht. Hatte Sonne, war happy.

 

3. Tag : Auf den Tourimarkt und einmal Rund um den See

Diese Nacht war besser, war nicht so kaputt wie nach der ersten.
Üblicher Gang zum Frühstück. Also der Italienische Kaffe zum Frühstück, immer noch tiefschwarz, saustark wie sonst was aber immer noch prima. Weckt tote auf. Wer‘s so nicht mag, bekommt ein Kännchen heiße geschäumte Milch dazu gestellt. Wer fragt bekommt auch heißes Wasser zum Strecken.

Ich nehme ihn schwarz, 2 Kannen sind Pflicht. Freundin macht sich nen schönen Cappuccino draus.

Nach dem Frühstück gleich los, umziehen und ab aufs Bike.
Heute ist der Tourimarkt in Sirmione (zum Glück nicht in der Altstadt) und so machen wir den ersten Stop dort.
Markt bummeln macht Spaß und so hat's auch dementsprechend lange gedauert.
Du bekommst dort alles, rund ums tägliche Leben. Natürlich vieles aus Leder und / oder Stoff.
Von der Handtasche, über den Gürtel, zur Geldbörse bis hin zu T-Shirts, Tischdecken und Unterhosen.
Jede Menge Stände zum Essen gibt's dann auch. Zu empfehlen sind dort die frittierten Fischteilchen, lecker aus der Hand (Tüte) am Rande des Markt gleich zum schnabulieren.

Nun, gut bepackt von den Einkäufen der Freundin ging's dann mit dem Bike weiter in
Richtung Desenzano del Garda um von dort aus dann an die Bergseite des Gardasee zu gelangen.

Ich war schlichtweg schockiert was sich in den letzten Jahren, seit ich nicht mehr am Gardasee war getan hat. Anständig Motorrad fahren um den See ist quasi nicht mehr möglich. Autos über Autos, die sich in langen Schlangen um den See winden, in ihrem Fortkommen gehindert durch wirklich sinnlose Kreisverkehre die den Verkehr behindern. Wahrscheinlich gab's von der EU für Italien die Unterstützung für den Straßenbau im Dutzend Kreisel billiger.
Du hast wirklich fast alle 500 - 600 Meter einen Kreisel. So einen Blödsinn habe ich bisher noch nirgendwo gesehen. Als es dort hieß, „ Wer will nen Kreisel“ haben anscheinend alle Bürgermeister der Örtchen 5x hier hier hier gerufen. So wurde mir der erste Spaß schon dort verdorben.

Die zweite Ernüchterung folgte, als ich bemerkte, dass auf Landstraßen fast nur noch 50 Km/h erlaubt war, auf machen, kurzen Stücken auch mal 70 . Es hatte sich also hier auch so manches in den letzten Jahren geändert.

Wollten wir eigentlich die Rocca zum Lago di Idro fahren, wurde uns das vom Wetter dort gründlich versaut. Regen in den Bergen versprach schon vorab nichts gutes. So haben wir uns entschieden eben am Gardasee weiter zu gondeln. Wir steckten und nun die Hochebene von Tremosine als Ziel und wollten dort die berühmte Schauder-Terrasse besuchen. Du hast dort einen sagenhaften Blick über den Gardasee von einer ca. 25cm dicken Betonplatte aus, die über mehreren 100 Metern Abgrund angebracht ist.

Nun, ein Käffchen, ein Stück Obsttorte und ein Stück Tiramisu geordert und die Aussicht genossen, als es nun an diesem Tag das erste mal regnete. Egal, schnell noch ein paar Fotos auf der Schauderterasse gemacht, mal kurz runter geschaut und weiter ging es in Richtung Riva del Garda.

Super, toll im Regen durch Riva, mal schnell getankt und dem Wetter davon gefahren in Richtung Malcesine.
Malcesine ist eines der Örtchen, die zwar dem Tourismus schon immer wohl gesonnen waren, sich aber in den vielen letzten Jahren kaum verändert haben.
Dort nun gebummelt und was feines gekauft. Natürlich haben wir dort auch gegessen und haben ein wirklich schönes und gutes Restaurant entdeckt, dass in Preis und Leistung tatsächlich gepasst hat. Leider habe ich den Namen des Lokals vergessen. In den Verwinkelten Gassen gelegen, ist es nicht jedem Touri gleich zugänglich und wahrscheinlich aus dem Grund nicht so überteuert und überlaufen wie die anderen Restaurants in Macesine. Beim nächsten Besuch dort werde ich mir unbedingt den Namen merken.

Nun, mehr ist für diesen Tag eigentlich nicht zu berichten, ausser vielleicht, dass wir auf der folgenden Rückfahrt tatsächlich kaum Behinderungen durch Autos hatten, dass lag aber mit Sicherheit daran, dass es schon recht spät am Abend war. Das schlechte Wetter hatten wir auch hinter uns gelassen und kamen trocken in unsrem Hotel an.
Nun schnell den Fernseher an, Deutschland spielt gegen Österreich und gewinnt 2:1 . Grüße auch an Dirk Oettig, der an diesem Abend in Wien beim Länderspiel war.

Heia, schlafen, träumen. Insgesamt ein prima Tag !

 

4. Tag : Der Abschlusstag , noch mal heizen.

So, richtig gut geschlafen.
Frühstück war dann auch wieder prächtig. So kann der Tag beginnen.

Sonne scheint, gut gelaunt planen wir, nochmals zurück Richtung Malcesine zu fahren.
Erst mal in Laszize angehalten und ein bisschen durch die Stadt gebummelt. Laszize ist ein kleines Dörfchen, kurz nach Bardolino in Richtung Riva gesehen. Natürlich auch hier Touristenverseucht aber mit seinem kleinen Hafen und der schicken Promenade lädt Laszize zum verweilen ein.

Kurz ein Eis gekauft und am Hafen auf einer Bank die Sonne genossen. Da eigentlich jedes der Örtchen um den See die gleichen Attraktionen bietet (Touri Geschäfte, Lokale und Nepp) gibt's hierzu wenig zu erzählen.

Nun, Garda liegt ja auf der Stecke Richtung Malcesine. Also kurzerhand auch nochmals dort einen Stop eingelegt und auch dort am Hafen einen schönen gemütlichen Kaffee getrunken. Dann ein bisschen rumgebummelt .

Plötzlich REGEN !!! das erste Gewitter dieses Tages. Gleich mal untergestellt und dem Wetter ein Schnippchen geschlagen.

Wir haben uns entschlossen lieber wieder zurück in Richtung Pesciera zu fahren und dort den Rest des Tages zu verbringen. Haben dann aber doch in Bardolino noch mal einen Stop eingelegt um was bestimmtes zu kaufen, dass wir schon die ganze Zeit suchten.

In der Stadt war eine Umzug einer Fanfahrentruppe zu sehen. Tourigerecht inszeniert. Sah aber ansprechend aus. Als wir gerade wieder losfahren wollten gingen am Himmel alle Schleusen auf, es ging ein Gewitter runter, wie ich es im Leben selten gesehen habe.
Da wir schon am losfahren waren, kurzerhand an einer Bank, direkt vor den Geldautomaten gefahren, zwischen einigen Passanten die sich dort auch zum Schutz vor dem Regen unter gestellt hatten.
Hat nicht jedem gepasst, war mir aber gelinde gesagt, vollends egal.

30 Minuten später war der Spuk vorbei und wir fuhren missgelaunt zurück nach Peschiera. Ständig hoffend, dass wir das Gewitter nicht wieder einholen würden.

Puhh Glück gehabt, trocken angekommen. Das Gewitter zog wohl in die andere Richtung.

Fisch umgezogen wollten wir uns dann auf den Weg in die Stadt machen um noch etwas zu essen, als dann doch das dritte Gewitter heute nieder ging. So schiffte es den ganzen Abend und nichts war mit essen gehen.

Zum Glück hatte an dem Abend die Küche in unserem Hotel auf und wir bekamen dort noch ein paar Nudeln.

Alles in allem, war der Tag durchwachsen und eigentlich nicht so wie ich es mir im Vorfeld erhofft hatte.

 

5. Tag : Heim geht's

Nicht viel zu erzählen.
Von Peschiera bis Frankfurt am Main 11 (!) Stunden gebraucht.
Diesmal in Gluthitze. Bedingt durch die Einkäufe auf dem Tourimarkt usw. waren wir ein klitze kleines bisschen überladen, so das jeder von uns beiden gerade Platz zum Sitzen hatte, mit hin und her rutschen auf der Sitzbank es aber nix war.

Von Tankstop zu Tankstop wurden die Glieder schwerer.

Kurz an der Inntalbrücke (Europabrücke) in Innsbruck angehalten, mal runter geschaut und dann nonstop nur mit Tankrast unterbrochen in Richtung Heimat.

Unterwegs in mehrere Verkehrsstaus gefahren und wieder jedes mal über die Landsleute geärgert die absichtlich in die Mitte fuhren um „ zu zu machen“ .

Fazit dieser Tour:

Diesmal hat mich der Gardasee enttäuscht. Nicht wegen des Wetters, eher wegen der Sinnlosen Aktionen wie Kreisverkehr, Idiotische Geschwindigkeitsbeschränkung die viel zu niedrig sind sowie total Überlaufen.

Gelernt hab ich für mich, nächstes mal kommt das Motorrad auf einen Hänger oder in einen Bus.

Auf je 2 Tage die Hin und Rückfahrt zu verteilen, ist meines Erachtens nach unsinnig (zumindest von Frankfurt aus) da es mit 885 Km so ewig weit nicht ist.

Stolz bin ich auf meine Freundin, die die Reise mir zuliebe mitgemacht hat und alles, incl. der Regenfahrten ertragen hat ohne so richtig zu meckern, auch wenn ich insgeheim glaube, dass die Einkäufe auf dem Tourimarkt die Rache des kleinen Indianermädchens waren.

 

Auf jeden Fall fahr ich aber wieder hin, jedoch frühestens erst in 3-4 Jahren.